Dienstag, 12. März 2013

Nachruf - Präsenter als geglaubt.


Vorgestern ist meine Großtante ( die letzte von vielen, noch lebende Großtante) im Alter von 89 Jahren an Altersschwäche im Altenheim gestorben. Wahrscheinlich im Schlaf. Aber das weiß man nicht so genau, denn zum Zeitpunkt des Todes war sie wohl einsam und allein.
Meine Oma und meine Tante haben sie fast jeden Tag besucht, doch die Großtante bekam die letzten 2 Jahre eh kaum noch was mit und wurde noch unausstehlicher, als sie es die Jahre zuvor eh schon war. Zuletzt gesehen hatte ich sie vor 1.5 Jahren circa (wohn ja hunderte Kilometer weit weg). Da schimpfte sie, ich solle zurück in die Heimat. Was wolle ich denn in Bayern.
Naja, sie und ihr Mann (der schon vor fast 17 Jahren an einem Herzanfall starb) konnten keine Kinder bekommen, weil er im zweiten Weltkrieg recht schwer verletzt wurde. Sie wollten damals immer, dass ich mal bei ihnen übernachte. Aber ich habe ja noch nicht mals bei Freundinnen geschlafen, oder meiner Oma, die nur in der anderen Haushälfte meiner Eltern wohnte. ^^ 
Kann mich noch gut erinnern, dass wir neben den Besuchen im Alltag vier feste Termine bei den beiden hatten. Geburtstage und Namenstage. Da wurde die greise Nachbarschaft im Wohnzimmer versammelt, viel zu viel Kuchen aufgetischt und ich war jedes mal mit groooooooßem Abstand die Jüngste im Haus. Die zweit Jüngste war meine Mutter. Da weiß man Bescheid.
Ich vertrieb mir die Zeit während dieser Familienfeste immer mit dem Durchwühlen der Badezimmerschränke (natürlich so, dass ich nie was unordentlich machte), puhlte in Wachskerzen, turnte auf der Treppe herum oder auf einem kleinen Lederhocker, oder ich fuhr draußen mit meinem Fahrrad oder Inline Skates herum.
Die beiden waren immer sehr großzügig und geduldig mit mir. Wahrscheinlich, weil sie eben keine eigenen Kinder haben konnten. Der Großonkel nannte mich immer "Fräulein Durgenander". Weil ich so ein Wirbelwind war. ^^ Das werde ich niiieee im Leben vergessen. Meine Mutter sagt das heute noch manchmal zu mir.
Er war in der Kirche engagiert und hatte ein mit allen Raffinessen ausgestattetes Büro. Mehrmals im Jahr fuhren sie mit oder ohne Kirchengruppen in den Urlaub. Am liebsten an die Ahr. Da mussten meine Tante und mein Onkel bis die Großtante nicht mehr konnte jedes Jahr Pfingsten für einen Tag mit ihr hin fahren.
Von der Familie hab ich allerdings schon öfters gehört, wie anstrengend und schwierig die Großtante schon ihr ganzes Leben lang gewesen sein soll. Schon als junge Frau. Auch im Altenheim suchte sie keinen Anschluss, sondern meckerte über die anderen und blieb lieber für sich allein. Aber wer weiß, wie man sich selbst aufführt, wenn man in einem Seniorenstift sitzen muss.
Hab nie sehr große Gefühle für Großonkel und -tange gehegt. Daher trifft und traf es mich nicht so sehr, dass die beiden nicht mehr sind. Eigentlich sehr traurig. Trotzdem fiel mir während des Schreibens hier immer mehr ein, was ich einbringen konnte. Zuletzt werd ich mich wohl immer an das Bild in dem Zimmer der Großtante erinnern: Ein warmer Frühlingstag im Garten meiner Eltern. Ich trage mein Kommunionkleid und halte die Kerze in der Hand. Die Großtante drückt mich herzlich an ihre Seite und lacht in die Kamera.
Ein Mensch hat viele Gesichter. Und ich werd das auf dem Foto in meinem Herzen behalten.

Freitag, 8. März 2013

Woll-Duden Teil 2

Aus aktuellem Anlass.

"Der Horst, der ist so schön, da kann sich mancher hinter verstecken."
Das bedeutet nicht, dass Horst dick ist und mancher sich deswegen verstecken kann. Die Aussage ist auch nicht ironisch gemeint. Der Horst ist halt ein schöner Mann und die unattraktiveren können sich hinter ihm anstellen. Auch, damit man sie nicht sieht!?  ;)

"Der Franz und der Max sind Chaoten. Die tun sich nix!"
Das bedeutet nicht, dass Franz und Max sich streiten oder schlagen. Das heißt lediglich, dass beide gleich chaotisch sind.

Somit wäre das auch geklärt. ^^